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Im Land der aufgehenden Sonne. Vom Umgang der Menschen. Eindrücke in Japan und was wir daraus lernen können.


Ein fernes Land, doch so schön. Eine fremde Kultur, und doch so vertraut.
Zwei Wochen Japan. Keine Tageszeitung, keine Nachrichtenbeiträge. Kein Fernsehen. Einfach nur „DA SEIN“. Das Land, die Kultur, vor allem aber die Menschen sehen. Sehen und lernen. Auch wenn wir schon so einiges über Japan und seine Kultur, die Menschen und deren Bräuche gelesen haben, so muss man es mit eigenen Augen wahrnehmen um es zu verstehen.


Eine Verbeugung hier, eine Verbeugung da. Eine Entschuldigung, eine Verbeugung, ein „vielen Dank“, noch ein „Dank“, wieder eine Verbeugung. Manchmal noch eine Verbeugung. Vielleicht ist diese Art der Höflichkeit übertrieben. Nicht mehr zeitgemäss. Passt schlecht in unser schnelles System. Vielleicht ist diese Höflichkeit nur Fassade. Nur ein oberflächliches Gehabe, ein Schein.

Wir können nicht sagen wie es unter dieser Oberfläche aussieht. Wir sollten uns nicht anmaßen über ein Volk zu urteilen das wir noch viel zu wenig kennen und verstehen. Aber wir können sehen. Sehen und lernen. Und was wir sehen, sind freundliche, aufgeschlossene und hilfsbereite Menschen. Mag sein, dass andere Leute andere Eindrücke mitnehmen. Sieht nicht ohnehin jeder was er sehen will?

Diesen Respekt im Umgang mit den Menschen finden wir in Japan. Ihn finden wir auch im Karatetraining im Dojo. Eine Verbeugung ist ein Zeichen dieses Respekts, eine höfliche Form des Grusses. Was geht in uns vor, wenn wir uns vor unserem Sensei verbeugen, was denken, was fühlen wir? Ist es unser Stolz, der uns hindert jemanden „die Hand“ zu reichen? Oder frei nach Kurt Tucholsky: ist es unser Stolz der uns hindert voranzukommen und zu lernen?

Es wäre vieles leichter, wenn wir respektvoller miteinander umgehen. Im Karate, in unserer Beziehung, in unserem Leben.

Ein nettes Lächeln kann so viel bewirken!

Wenn wir Karate praktizieren, dann üben wir nicht nur im Dojo. Der Weg des Karate begleitet einige von uns ein ganzes Leben. Ein Leben voller Herausforderungen, Schwierigkeiten, Hindernissen, an denen wir wachsen und größer werden.

Der Respekt im und außerhalb des Dojo, in unserem Leben, ist die Essenz für ein friedliches, harmonisches miteinander. Daran sollten wir denken, wenn wir uns das nächste mal verbeugen.